Tagesmutter oder Tagesvater werden
Die Tätigkeit als Tagesmutter oder Tagesvater gehört zur Kindertagespflege und ist ein wichtiger Teil der Kinderbetreuung in Deutschland. Viele Menschen interessieren sich für diesen Beruf, weil er familiennah, selbstständig und pädagogisch sinnvoll ist.
Der Einstieg erfordert jedoch einige Voraussetzungen und eine Zusammenarbeit mit dem Jugendamt. Dieser Überblick erklärt die wichtigsten Punkte.
Regionale Unterschiede sind möglich.
Ein Beispiel:
→ Tagesmutter werden in Bayern
Voraussetzungen
Um Kinder in der Kindertagespflege zu betreuen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehören vor allem:
- persönliche Eignung
- geeignete Räume
- eine anerkannte Qualifizierung
- die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt
Die genaue Prüfung erfolgt im Rahmen der Eignungsprüfung durch das zuständige Jugendamt.
Mehr dazu im Lexikon:
→ Kindertagespflege
→ Eignungsprüfung
Pflegeerlaubnis
Die wichtigste formale Voraussetzung ist die Pflegeerlaubnis.
Diese wird vom Jugendamt erteilt und erlaubt es, Kinder regelmäßig gegen Bezahlung zu betreuen.
Typische Schritte sind:
- Erstgespräch beim Jugendamt
- Teilnahme an einer Qualifizierung
- Nachweise (Führungszeugnis, Gesundheitszeugnis usw.)
- Hausbesuch
- Entscheidung über die Pflegeerlaubnis
Die Details können je nach Bundesland und Jugendamt leicht unterschiedlich sein.
Mehr dazu:
→ Pflegeerlaubnis in der Kindertagespflege
Qualifizierung
Die meisten Jugendämter verlangen eine Qualifizierung für Kindertagespflege.
In vielen Regionen basiert diese auf dem QHB-Modell (Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege).
Typische Inhalte der Qualifizierung:
- Entwicklung von Kindern
- Pädagogische Grundlagen
- Zusammenarbeit mit Eltern
- rechtliche Grundlagen
- Sicherheit und Kinderschutz
Einkommen
Das Einkommen in der Kindertagespflege hängt von mehreren Faktoren ab:
- Anzahl der betreuten Kinder
- Betreuungsstunden
- regionale Förderung
- private Vereinbarungen mit Eltern
In vielen Regionen erhalten Tagesmütter eine laufende Geldleistung vom Jugendamt sowie zusätzliche Beiträge für Sachkosten.
Ein realistisches Einkommen entsteht meist durch eine Kombination aus:
- Förderung
- Elternbeiträgen
- Zuschüssen
Mehr dazu: → Einkommen-Rechner für Tagesmutter/Tagesvater → Einkommen in der Kindertagespflege
Versicherungen
Vor dem Start sollten wichtige Versicherungen geprüft werden.
Typisch sind:
- Haftpflichtversicherung für Tagespflege
- Unfallversicherung
- Krankenversicherung
- Rentenversicherung
Ein Teil der Beiträge kann in bestimmten Fällen durch öffentliche Stellen unterstützt werden.
Betreuungsvertrag
Zwischen Tagespflegeperson und Eltern wird in der Regel ein Betreuungsvertrag geschlossen.
Dieser regelt zum Beispiel:
- Betreuungszeiten
- Vergütung
- Urlaub und Krankheit
- Kündigungsfristen
Klare Vereinbarungen helfen, Missverständnisse zu vermeiden.
Start in der Praxis planen
Wenn du konkret planst, als Tagesmutter oder Tagesvater zu starten, lohnt sich ein strukturierter Blick auf den Ablauf.
Ein Praxisleitfaden dazu:
→ Start als Tagesmutter planen
Start-Checkliste
Der Einstieg besteht aus vielen kleinen Schritten.
Um nichts zu vergessen, kannst du eine interaktive Checkliste nutzen:
👉 Start-Checkliste für Tagesmütter und Tagesväter
Dort kannst du Aufgaben abhaken, Notizen speichern und deinen Fortschritt dokumentieren.
Häufige Fragen
Viele praktische Fragen werden erst während der Planung relevant, zum Beispiel:
- Wie lange dauert die Pflegeerlaubnis?
- Welche Unterlagen verlangt das Jugendamt?
- Kann man Kindertagespflege nebenberuflich machen?
Antworten findest du im Bereich: